Mittwoch, 19. Dezember 2018      

Obedience
heißt übersetzt Gehorsam

tatsächlich wird dieser Ausdruck der Sportart aber nicht ganz gerecht. Obedience zeichnet sich durch Arbeitsfreude, Motivation, Teamwork, Perfektion und Eleganz aus. Ein guter Obedience-Hund muss nicht arbeiten, er will arbeiten. Ein großer Unterschied zu anderen Hundesportarten besteht darin, dass der Hundeführer von einem Ringsteward durch die Prüfung geführt wird. Der Steward legt das Laufschema für die Leinenführigkeit und die Freifolge sowie den gesamten Ablauf der Prüfung fest. Das bedeutet, dass der Hundeführer erst während der Prüfung erfährt, welche Übungen wie zu absolvieren sind.

Obedience-Prüfungen werden in den Leistungsstufen Klasse Beginner, Klasse 1, Klasse 2 und Klasse 3 durchgeführt. Die Durchführung in der Beginner Klasse, Klasse 1 und Klasse 2 werden durch die VDH-Obedience Prüfungsordnung (VDH-OB PO) geregelt. Die Klasse 3 wird durch das FCI-Reglement vorgegeben und entspricht der FCI-Internationale-Obedience-Klasse. In dieser Klasse werden auch Europa- und Weltmeisterschaften durchgeführt.

Geschichte:
Wie auch andere Hundesportarten stammt Obedience aus Großbritannien. So um 1951 wurde diese Sportart das erste Mal dem Publikum vorgestellt.
In Deutschland wurde die erste Prüfungsordnung am 01. Juli 2002 veröffentlicht, 2004 fand die erste Deutsche Meisterschaft statt, die nun jährlich ausgeführt wird.

Wer kann Obedience machen?
Vom Grundsatz her, ist jeder Hund geeignet, unabhängig vom Alter und Größe, da bei der Bewertung auf die Besonderheiten des Hundes und der Rasse Rücksicht genommen wird. Im Gegensatz zu vielen anderen Hundesportarten ist Obedience auch behinderten Menschen zugänglich. Es gibt beispielsweise Rollstuhlfahrer, die diesen Hundesport betreiben. Die einzige Voraussetzung die der Hund braucht, ist eine erfolgreich abgelegte Begleithundeprüfung.


Klasse Beginner

  1. Verhalten gegenüber anderen Hunden
  2. Stehen und Betasten
  3. Ablage in der Gruppe (2 min mit Sichtkontakt)
  4. Freifolge
  5. Sitz oder Platz aus der Bewegung
  6. Voraussenden in ein Quadrat 10 m
  7. Abrufen aus dem Quadrat 20 – 25 m
  8. Apport auf ebener Erde 5m
  9. Kontrolle auf Distanz (2 Wechsel, Sitz-Platz) 5 m
  10. Um einen Pylon herum schicken 10m
  11. Gesamteindruck

Klasse 1

  1. 1 Minute sitzen in einer Gruppe, Hundeführer in Sicht
  2. Freifolge
  3. Steh aus der Bewegung
  4. Abrufen 20 - 25m
  5. Sitz oder Platz aus der Bewegung
  6. In ein Quadrat schicken 15m
  7. Apportieren - Werfen ca. 10m
  8. Distanzkontrolle
  9. Sprung über eine Hürde
  10. Um einen Pylon herum schicken 10m
  11. Gesamteindruck

Klasse 2

  1. 2 Minuten Liegen in einer Gruppe, HF außer Sicht des Hundes
  2. Freifolge
  3. Steh und/oder Sitz und/oder Platz aus der Bewegung
  4. Abrufen mit Steh
  5. In ein Quadrat schicken mit Platz und Abrufen
  6. Apportieren mit Richtungsanweisung
  7. Identifizieren
  8. Distanzkontrolle
  9. Apport eines metallenen Gegenstandes über eine Hürde
  10. Gesamteindruck

Klasse 3

  1. 2 min Sitzen in der Gruppe ohne Sichtkontakt
  2. 1 min Liegen in der Gruppe in Sicht mit Abrufen
  3. Freifolge
  4. Steh, Sitz und Platz aus der Bewegung
  5. Abrufen mit Steh und Platz
  6. Voraussenden in ein Viereck
  7. Richtungsapport
  8. Um einen Pylon senden, Steh/Sitz oder Platz und Richtungsapport über einen Sprung
  9. Geruchsunterscheidung aus 6-8 Gegenständen
  10. Distanzkontrolle

Die aktuelle Prüfungsordnung kann hier heruntergeladen werden.

 

Rally Obedience
zählt in deutschen Hundesportverbänden zu den sog. Trendsportarten. Es kombiniert Elemente aus dem traditionellen Obedience mit charakteristischen Merkmalen aus dem Agility:

  • durchgängige Vorführung ohne Richteranweisungen
  • vielfältige Kommunikation zwischen Hund und Hundeführer
  • wechselnde Parcours von Wettkampf zu Wettkampf

Anstelle eines festen Übungsschemas gestaltet der Richter einen Übungsverlauf, indem er Übungsschilder an verschiedenen Stellen im Parcoursfeld platziert. Diese Schilder werden aus einem für die jeweilige Klasse festgelegten Übungskontingent ausgewählt und können frei kombiniert werden. Auf jedem Schild stehen Symbole, die für eine an dieser Stelle geforderte Übung steht. Aufgrund der Schilder, die dem Team den Weg durch den Parcours weisen, wurde der Name Rally-Obedience gewählt.

Seit 2014 gilt in Deutschland das Regelwerk des VdH. Es kann hier heruntergeladen werden.

Die Prüfungsklassen entsprechen denen des traditionellen Obedience und werden um eine Seniorenklasse ergänzt, in der Hunde ab einem Alter von 8 Jahren starten dürfen. Auch behinderte Hunde werden in Prüfungen zugelassen. Auf Antrag können die Parcours entsprechend angepasst werden.

Ein Team beginnt in einer Prüfung mit 100 Punkten. Davon abgezogen werden die Fehlerpunkte an den einzelnen Stationen. Gewertet wird nach Fehlerpunkten und Zeit. Die Zeit, die einem Team für die Bewältigung eines Parcours zur Verfügung steht, beträgt in der Regel 4 Minuten.

Der Hundeführer darf während der Prüfung ständig mit dem Hund kommunizieren. Dieser darf jederzeit angesprochen, motiviert und gelobt werden. Bis Klasse 1 darf der Hund mit oder ohne Leine geführt werden und es sind am Ende bestimmter Übungen auch Futterbelohnungen zugelassen. In den Leistungsklassen 2 und 3 wird immer ohne Leine und ohne Futter gelaufen.

Die Ergebnisse beim Rally Obedience werden nicht in der Leistungsurkunde des Hundes eingetragen, sondern in einer sog. Turnierkarte, die von jedem Team zur Prüfung mitgebracht wird.

Für die Qualifikation zur nächst höheren Klasse benötigt man einmal ein Ergebnis von mindestens 90 Punkten oder dreimal mindestens 70 Punkten.

Geschichte:
Rally Obedience stammt aus den USA und wurde im Jahre 2000 von Charles "Bud" Kramer entwickelt und vorgestellt.

Wer kann Rally-Obedience machen?
Grundsätzlich kann jeder Hundeführer mit seinem Hund Rally Obedience machen, sofern er Freude am exakten und präzisen Arbeiten hat und in der Lage ist, seinen Hund ausreichend zu motivieren. Wie im traditionellen Obedience gilt es, in einer Prüfung möglichst wenig Punktabzüge zu bekommen und die Übungen so perfekt wie möglich zu zeigen.

Bei den Hundesportfreunden Tiefenbronn gilt daher für das Rally Obedience-Training wie auch für das Obedience-Training:

  • Wir trainieren mit dem Ziel, die Teams zur Prüfungsreife zu führen
  • Es wird sehr viel Wert auf exakte Fußarbeit und korrekte Ausführung der Positionen gelegt
  • Ein Wechsel von Rally Obedience ins Obedience und umgekehrt soll jederzeit möglich sein, daher gilt der gleiche qualitative Anspruch im Training
  • Es ist KEINE Alternative zur Basis-Ausbildung

 

 

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